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Ein eigenes Auto würde ihm mehr Freiheit bieten
Daniel Riedel aus Sulmingen leidet an Muskelschwund – Für seinen Wunsch bekommt er Hilfe aus Ochsenhausen

Daniel Riedel wünscht sich nichts sehnlicher als ein Auto. Thomas van Geffen aus Ochsenhausen unterstützt den jungen Mann bei seinem Wunsch. Einen Scheck haben sie bereits – welcher Betrag am Ende darauf stehen wird, entscheidet sich am Ende der Aktion

(Foto:Daniel Häfele)


Ochsenhausen/ Sulmingen sz Daniel Riedel aus Sulmingen hat wie viele andere 18-Jährige einen großen Wunsch: ein eigenes Auto. Während sich mancher seiner Altersgenossen eine durch Ferienarbeit finanzierte Klapperkiste zulegen kann, hat der Schüler das Nachsehen. Daniel Riedel leidet nämlich an Muskelschwund, eine Krankheit, die ihm die körperliche Kraft raubt. Der Ochsenhauser Unternehmer Thomas van Geffen, Erfinder der Plattform „Eigen-Kreationen“, möchte dem jungen Mann bei der Erfüllung seines Lebenstraums helfen und hat sich daher an die „Schwäbische Zeitung“ gewandt.

Wenn man das Zimmer von Daniel Riedel betritt, sieht es auf den ersten Blick wie bei jedem anderen Jungen in seinem Alter aus: ein Schreibtisch, auf dem sich zwei Computerbildschirme und ein Joystick fürs Zocken befinden, ein Sofa, das Platz für Freunde bietet, und ein breites Jugendbett stehen unter anderem in dem Zimmer im Untergeschoss. Doch bei näherem Betrachten fällt auf: Vor dem Schreibtisch steht kein Bürostuhl und das Bett verfügt über eine Aufstehhilfe. Der 18-jähriger Sulminger leidet an Muskeldystrophie Duchenne, besser bekannt als Muskelschwund.

Im Alter von sieben Jahren wurde bei ihm die nicht heilbare Krankheit diagnostiziert. „Schon im Kindergartenalter war er bei Bewegung schnell schlapp und zeigte Schwächen in der Motorik“, erzählt seine Mutter Irina Riedel. Als Daniel Riedel die erste Klasse besuchte, war es Gewissheit: Ihm fehlt das Gen 44. Seit er 15 Jahre alt ist, sitzt er im Rollstuhl, weil er nach einer Operation an der Achillessehne nicht mehr das Gleichgewicht fand. „Die Krankheit verläuft bei ihm langsamer“, sagt seine Mutter. „Andere sind in diesem Alter schon auf umfassende Pflege angewiesen.“ Wie Daniel Riedel erzählt, könne er den Alltag noch weitgehend selbstständig bewältigen. Einmal abgesehen von Hilfsmitteln wie Rollstuhl und Treppenlift.

Spenden im Internet gesammelt

Vor etwa einem Jahr lernten sich Daniel Riedel und Thomas van Geffen kennen. „Seine ältere Schwester Linda hat sich in seinem Namen für unsere jährliche Spendenaktion beworben“, erinnert sich van Geffen. „Das hat wie die Faust aufs Auge gepasst.“ Van Geffen sammelt seitdem für den jungen Mann Spenden auf den Internetplattformen Eigen-Kreationen, Twitch (Gaming-Plattform) und Youtube. Mehr als 300 Euro sind zusammengekommen, ein Betrag, der aber bei Weitem nicht den Umbau eines Fahrzeugs für die Bedürfnisse des Jugendlichen deckt.

„Etwa 20 000 Euro kostet der Umbau, damit ich mit meinem Rollstuhl in das Auto komme und selbstständig fahren kann“, erzählt Daniel Riedel. So braucht das Auto eine Rampe sowie Automatikschaltung. Noch nicht mit eingerechnet sind dabei die Kosten für das Fahrzeug selbst.

Ein Kleinwagen kommt nicht infrage, weil er seinen Rollstuhl mitnehmen muss. Wie seine Mutter Irina Riedel erläutert, erhalte ihr Sohn einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 7000 Euro nur, wenn er zum Studieren geht.

Entlastung für Mutter

Das Problem: Daniel Riedel ist derzeit Schüler. Er besucht die elfte Klasse des Pestalozzi-Gymnasiums in Biberach, bis zum Abitur und zu einem anschließenden Studium dauert es also noch über ein Jahr. Allein kann die Familie das Auto in finanzieller Hinsicht nicht stemmen, weil sie bereits viel Geld in den Umbau des Hauses gesteckt hat. „Wir haben alles so hergerichtet, damit sich Daniel möglichst selbstständig zu Hause bewegen kann“, sagt die Mutter.

Ein eigenes Fahrzeug ist für Daniel Riedel ein Herzenswunsch, allein schon, weil es ihm ein hohes Maß an Selbstständigkeit ermöglichen könnte. „Bislang bin ich auf meine Eltern angewiesen, wenn ich wohin möchte“, schildert er.

Seine Mutter fährt ihn morgens von Sulmingen nach Biberach zur Schule, anschließend macht sie sich auf den Weg zur Arbeit nach Ochsenhausen. Ihre Arbeitszeiten richtet sie nach ihrem Sohn, denn schließlich muss sie ihn auch wieder von der Schule abholen. Den Führerschein hat Daniel Riedel übrigens schon – im April bestand er erfolgreich die Fahrprüfung.

Die Spendenaktion läuft noch bis zum 15. Juli 2017 Spenden kann man unter anderem auf folgendes Konto einzahlen: Inhaber Daniel Riedel, IBAN DE22 6545 0070 0007 9428 55, BIC SBCRDE66XXX, Kreisparkasse Biberach